Die Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna) gehört zu der Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).
Sie ist mit der Kartoffel, der Aubergine, der Tomate, der Paprika, der Chili oder dem Bittersüßen Nachtschatten verwandt.
Bella donna heißt auf Italienisch übrigens „schöne Frau“. Sehr giftig ist die schöne Frau!
Ihre schwarzen, glänzenden Früchte sehen zwar lecker aus, aber essen dürfen sie nur Vögel.
Die Früchte sind innen dunkelviolett, wie Tinte sieht es aus. Deshalb nennt man die Tollkirsche auch Tintenbeere.
Die Belladonna zählt zu den giftigsten Pflanzen Europas.
Sie enthält sehr giftige Alkaloide (Atropin, Hyoscyamin, Scopolamin), die direkt auf unser zentrales Nervensystem wirken – bei einer Vergiftung bekommt man Sehstörungen (z.B. erweiterte Pupillen), Herzrasen, Krämpfe und auch Halluzinationen.
Im schlimmsten Fall führen diese Alkaloide zu Atemlähmung und Tod.
Drei Tollkirschenbeeren wären ausreichend, um ein Kind ins Jenseits zu befördern – bei Erwachsenen sind es zehn bis fünfzehn Beeren, so heißt es jedenfalls in der Literatur.
Früher haben Leute die Tollkirsche primär verwendet, um sich zu berauschen.
Die Frauen verwendeten die Belladonna, um ihre Pupillen zu erweitern, denn große Augen waren damals anscheinend ein Schönheitsideal (daher der Name „Belladonna“).
Auch soll sie Bestandteil der berühmten Flugsalbe der Hexen gewesen sein.
Das in der Tollkirsche enthaltene Atropin wird übrigens noch immer in der Medizin eingesetzt:
Beispielsweise in der Homöopathie. Es ist in manchen Augentropfen enthalten.