Die Gemeine Hasel (Corylus avellana) wird auch Haselnussstrauch oder Wald-Hasel genannt.
Sie gehört zur Pflanzenfamilie der Birkengewächse (Betulaceae) und ist einer der bekanntesten heimischen Sträucher.
Sie ist zudem eine der ältesten Nutzpflanzen in Europa. Schon in der Steinzeit verwendeten die Menschen die Früchte der Hasel. Dies belegen zahlreiche Schalenfunde in historischen Siedlungen.
Die Hasel beginnt oft schon im Januar zu blühen – ihre pollenreichen Blüten sind eine der ersten und wichtigsten Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten (z.B. den Haselnussbohrer. Dieser Rüsselkäfer bohrt mit seinem Rüssel ein Loch in die noch weiche, unreife Schale der Nuss und legt ein Ei hinein. Die schlüpfende Larve ernährt sich vom heranwachsenden Nusskern und frisst ihn auf. Zurück bleibt eine durchlöcherte Schale).
Die Hasel trägt sowohl männliche als auch weibliche Blüten, sie sitzen knospenartig an den Zweigen: Die männlichen „Kätzchen“ sind gut zu sehen, die winzigen weiblichen Knospen hingegen übersieht man leicht. Bei genauerem Hinsehen kann man die winzigen, roten Narbenfäden, die aus der Knospenspitze heraussehen, entdecken.
Aus diesen Knospen entwickeln sich die Früchte (Haselnüsse).
Haselnüsse sind gesund, sie enthalten unter Anderem wichtige Spurenelemente, Eiweiß und B-Vitamine. Haselnüsse werden so gegessen, für Desserts und Backwaren verwendet, man kann sie aber auch zu Haselnussöl pressen.
Die Blätter enthalten unter Anderem ätherisches Öl und Gerbstoffe – die jungen Blätter kann man wie Spinatersatz kochen. Auch sind sie leckerer Bestandteil von Wildkräutersuppen.
Die männlichen Pollen (Kätzchen) kann man als Parmesanersatz verwenden, in getrockneter, gemahlener Form können sie auch Brot- oder Getreidemehl beigefügt werden.
ACHTUNG! Die Hasel ist einer der stärksten allergenen Frühblüher. Menschen mit einer Birkenpollenallergie reagieren oft kreuzallergisch auf die Pollen und auch beim Verzehr von rohen Haselnüssen können lebensbedrohliche allergische Reaktionen auftreten!
Aus dem Holz der Hasel wurden früher übrigens Zäune oder Spazierstöcke gemacht. Aus dem verbrannten Haselholz kann man Zeichenkohle herstellen.