Der Quendel

 

Der Quendel (Thymus pulegioides) ist der wilde Bruder des wundervollen Thymian.

Er gehört genauso wie der Thymian, der Rosmarin, der Salbei und vielen weiteren wundervollen Pflanzen zu der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae).

 

Volkstümlich wird er auch Feld-Thymian oder Sand-Thymian genannt, weil er gerne an trockenen Stellen wächst.

 

Ursprünglich stammt der Quendel aus Mitteleuropa und blüht von Juni bis September.

Seine duftenden rosa-pinkfarbenen Blüten ziehen viele Insekten an.

Ich verwende die Blüten (in getrockneter Form) für manche meiner Gewürzmischungen, man kann aus ihnen aber auch Tee machen oder Suppen oder Saucen beigeben.

 

Der Quendel kann – genauso wie Thymian- bei Atemwegsbeschwerden (Erkältung, Husten oder Heiserkeit) hilfreich sein, da seine enthaltenen ätherische Öle (die übrigens für seinen aromatischen Duft verantwortlich sind) wohltuend auf die Atemwege wirken.

Er wirkt nicht nur schleimlösend und schweißtreibend, sondern auch entzündungshemmend und krampflösend, weshalb er bei Magenbeschwerden oder Sodbrennen wirksam sein kann.

 

 

Übrigens:

 

Lange glaubte man, dass der Quendel Dämonen abwehren könne, weshalb Kränze aus Quendel geweiht und in Stall und Haus aufgehängt wurden, um Blitze und böse Geister abzuwehren.

 

Schon in der Antike und im Mittelalter spielt der Quendel eine große Rolle.

Hildegard von Bingen beispielsweise behandelte Husten und Erkrankungen der Bronchien mit dem wilden Thymian, und auch im Kräuterbuch von P.A. Mattioli wurde Quendel folgend beschrieben:

“Der Geruch des Quendels thut dem Hirn wol.“

„Quendel mit Süßholz oder Honig / Anis und Wein gesotten / reinigt die Brust von dem zähen Husten / und stillt den kalten Harn.“

(Literaturquelle: kraeuter-buch.de)

 

Ich freue mich immer sehr, wenn ich den Quendel bei Spaziergängen oder beim Wandern entdecke.

Einfach eine wundervolle Pflanze!