Die Wegwarte (Cichorium intybus) gehört zu der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae).
Sie ist unter anderem mit dem Löwenzahn, der Arnika und der Kornblume verwandt.
Man nennt sie auch Zicchorie, Sonnenwirbel oder Wegleuchte.
Die Wegwarte wächst gerne am Wegrand, im Acker, bei Bahn- und Flussdämmen oder Hügeln, ist aber auch im Gebirge zu entdecken.
Sie enthält unter anderem Bitterstoffe, Gerbstoffe, Inulin und Vitamine, und wirkt appetitanregend, blutreinigend, entzündungshemmend und harntreibend.
Zudem schützt sie die Leber. Sie kann beispielsweise bei Appetitlosigkeit, Verdauungsproblemen oder Diabetes wirksam sein.
Auch in der Naturkosmetik spielt die wundervolle Wegwarte eine Rolle: Ihre entzündungshemmende Wirkung kann bei Hautproblemen und Ekzemen Linderung verschaffen (als Umschlag oder Gesichtsdampfbad).
Die Wegwarte ist übrigens die Urform von beliebten Wintersalaten wie Chicoree oder Radicchio. Mit der Endivie ist sie auch verwandt.
Alles Pflanzen, die bitter schmecken – „was bitter dem Mund, ist dem Menschen gesund“, das wussten schon Hippokrates und Hildegard von Bingen.
Die Wegwarte ist also nicht nur schön anzusehen, sondern steckt voller Heilkräfte.
Sie kann vielseitig verwendet werden: Im Salat, in der Suppe, in Saucen (die jungen Blätter vor der Blüte), die Stängel können als Gemüse gegart werden, die Blüten kann man kandieren (wie kandierte Veilchen) oder als Deko verwenden.
Aus der Wurzel wird der bekannte „Zichorienkaffee“ hergestellt – ein toller Kaffee-Ersatz. Man zerkleinert die Wurzel und röstet sie zusammen mit Zucker in einer Pfanne ohne Fett. Nach dem Abkühlen werden die Wurzelstücke gemahlen und wie Kaffee aufgebrüht.
Achtung! Schwangere sollten die Wegwarte nicht innerlich einnehmen, da die enthaltenen Bitterstoffe wehenfördernd sein können. Auch Korbblütler-Allergiker*innen sollten auf die Verwendung der Wegwarte verzichten.
Die Wegwarte ist nicht nur für uns Menschen nützlich, auch für die Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge spielt sie eine wichtige Rolle: Sie blüht bis in den November hinein, öffnet ihre wunderschönen Blüten aber nur an hellen Tagen und nur bis Mittag.
Übrigens: Es ranken sich viele Legenden um die wundervolle Wegwarte. So soll sie unsichtbar machen können. Ob es wohl stimmt?
Literaturquellen: kostbarenatur.net; kraeuterbuch.de;naturschutzbund.at